„Der dritte Ort“
Gesellschaftsdrama von Florian Wittbold und Flo-Joelle Dersch
Inszenierung: Florian Wittbold und Flo-Joelle Dersch
Gesamtleitung: Kay Winter
Foto: Nikola Jovanovic
Aufführungstermine
Aula an der Drogandstraße im Lise-Meitner-Gymnasium Borbeck
09. Oktober 2026, 19 Uhr
10. Oktober 2026, 17 Uhr
Inhalt
Jeder Mensch hat einen ersten Ort, sein Zuhause.
Der zweite Ort ist die Arbeit.
Aber für das eigene Wohlbefinden brauchen wir noch einen dritten Ort: Einen Ort, der es uns leicht macht, unter Menschen zu kommen – und der sogar zu einer Art zweiten Heimat werden kann.
~ frei nach Ray Oldenburg, “The Great Good Place” 1989
Genau als solch einen Ort stellte sich Melinas Vater seine urige, kleine Kneipe vor – doch was geschieht, wenn sie an eine neue Generation übergeben wird? Ist ein solcher Ort im digitalen Zeitalter überhaupt noch zeitgemäß? Wie verändert er sich, wenn vor seinen Türen ein Neuer Wind weht? Kann er überleben, auch wenn sich die Gesellschaft um ihn herum radikal verändert?
Begleiten Sie eine bunt zusammengewürfelte Truppe Menschen mit ihren ganz eigenen Herausforderungen über mehrere Jahre in ihrer Lieblingskneipe, und erleben Sie ein mitreißendes Gesellschaftsdrama über den Wert von Gemeinschaft in einer Zeit, die von Veränderung und Spaltung geprägt ist.
Das Projekt wird mit Mitteln der Bezirksvertretung sowie des Kulturamtes der Stadt Essen gefördert.
Fotos
Besetzung
| Pfarrer und Gast | Aaron Sastry |
| Damira | Ina Kohn |
| Ursula | Ira Süssenbach |
| Carina | Jenny Kraus |
| Melina | Katharina Segatz |
| Lucy | Katharina Soll |
| Alexa | Kay Winter |
| Klaus | Kerstin Griese |
| Oberst und Nachrichtensprecherin | Lena Michel |
| Johann | Malik Atesavci |
| Nyx | Mel-Milosz Hilz |
| Jens | Philipp Maarsch |
| Bertram | Piet Walter |
| Robert | Sascha Ulber |
| Steuereintreiber und Nachrichtensprecherin | Tajana Egerland |
| Ulrike | Tanja Follmann |
| Thomas | Timo Frangen |
Bühnenbau und Technik
Burkhard Angstmann
Frank Haferkamp
Gerd Sack
Henry Rösler
Jörg Heikaus
Tobias Blanke
Uwe Helling
Kostüme
Kerstin Griese
Marie Seemann
Aus dem Programmheft
Dank der 1. Vorsitzenden
Dieses Stück ist etwas ganz Besonderes …
… weil diesmal gleich zwei Personen Regie führen: Florian Wittbold und Flo-Joelle Dersch. Anfangs war ich gespannt, ob eine Doppelspitze funktionieren würde. Heute kann ich sagen: Das Experiment ist geglückt!
… weil Flo-Joelle mit „Der dritte Ort“ ihr Regiedebüt feiert – und wir uns sehr freuen, dass sie diesen Schritt bei uns wagt.
… weil das Stück von Florian und Flo-Joelle selbst geschrieben wurde. Sie erleben heute also nicht nur eine Premiere, sondern die Uraufführung eines neuen Stückes.
… weil in diesem Jahr besonders viele neue und junge Gesichter auf der Bühne stehen. So viele, dass sich fast die erfahrenen Schauspielerinnen und Schauspieler in die neue Truppe integrieren mussten. Auf unserer Bühne weht also ein herrlich frischer Wind!
… weil wir eine drehbare Bühne haben. Gewünscht war eine drehbare Theke – und da unserem Bühnenbauteam bekanntlich kaum etwas unmöglich ist, wurde auch dieser Wunsch perfekt umgesetzt.
… und weil auch unser Spielort ein kleines Stück Geschichte geschrieben hat: Die Schule heißt seit diesem Schuljahr nicht mehr Mädchengymnasium Borbeck, sondern Lise-Meitner-Gymnasium Borbeck.
Bei so viel Neuem gibt es aber auch schöne Konstanten: unsere Aula, unsere Hausmeister, die Gesamtleitung durch Kay Winter, unseren Vorstand – und natürlich SIE, LIEBES PUBLIKUM!
Ich wünsche Ihnen einen tollen Abend mit unserem neuen Stück „Der dritte Ort“.
Ihre Susanne Sack
Regie
Auch aus der Regie wollen wir Sie ganz herzlich zum „dritten Ort“ begrüßen, dieses Mal im Duo Florian und Flo-Joelle – oder
einfach Flo, wie unser Ensemble ob der zur Verwechslung verleitenden Vornamen sagen würde.
Während ich bereits vor zweieinhalb Jahren mit dem „Mörderischen Manuskript“ mein Regie-Debut beim TheaterLaien gefeiert hatte, kennen Sie FloJoelle bei uns bisher nur aus verschiedenen Rollen auf der Bühne. Darunter allem voran als Teil des schottischen Mörder-Duos aus eben jenem Stück, welches uns beide sehr geprägt hat.
Als mich Susanne vor knapp einem Jahr fragte, ob ich Lust hätte, für dieses Herbststück Regie zu führen, war mir klar, dass ich das aus beruflichen Gründen nicht alleine würde stemmen können. Zum Glück wusste ich, dass ich in Flo-Joelle eine kreative und begeisterte Regie-Partnerin finden würde und so entschieden wir uns, den Regiestuhl für dieses Stück zu teilen.
Eine solche Doppelregie gab es bei uns im TheaterLaien nur selten, das letzte Mal vor über vier Jahren bei „Es war einmal ein Bahnhof“ unter Melanie Eckrodt und Marco Heckhoff. Sie kommt mit ihren ganz eigenen Vorteilen, vor allem natürlich die
Möglichkeit, dieses Projekt trotz umfangreicher anderweitiger Verpflichtungen ohne Nachteile umzusetzen. Aber auch künstlerisch hatten wir in unserem Gegenüber stets eine Person, die die eigenen Impulse, Vision und Regieentscheidungen hinterfragen konnte, um möglichst bewusst und im Sinne des Projekts denken zu können.
Eine Doppelregie kommt aber auch gleichermaßen mit einigen Herausforderungen. Und da denken Sie jetzt vielleicht als Erstes an kreative Meinungsverschiedenheiten und ja, die können sicherlich eine große Herausforderung darstellen, welche wir aber – wie oben angedeutet – durch viele Treffen sowie Gespräche aus der Welt schaffen und in kreativen Mehrwert für das Projekt umwandeln konnten. An anderen Herausforderungen hatten wir aber mehr zu nagen, allem voran die deutlich kompliziertere Kommunikation, die zwei Entscheidungstragende mit sich bringen und in die wir uns erst einfinden mussten. Auch hier konnten wir auf unsere Mitstreiter zählen, allen voran unsere hervorragende Gesamtleitung Kay Winter.
Doch als wir uns vor einem Jahr zusammensetzten, um uns Gedanken über ein mögliches Stück zu machen, hatten wir an all das noch gar nicht gedacht. Wir haben uns zum Zeitpunkt der Entscheidung, den Regiestuhl erneut bzw. zum ersten Mal an uns zu reißen, zwar zuerst einige bekannte Stücke gemeinsam angeschaut, kamen aber recht schnell zu dem Schluss, dass wir etwas Anderes probieren wollten. Weder ein Krimi (mein Lieblingsgenre) noch eine klassische Komödie oder Tragödie. Nein, ein modernes Stück, ein Stück mit sozialem Anspruch und aktueller Relevanz, mit Höhen und Tiefen, mit Humor und bitterem Ernst, und gleichzeitig ein Spielplatz für neue Ideen, sowohl unsere als auch die unseres tollen Ensembles.
Ein Stück, das einerseits die üblichen Stärken des TheaterLaien ausspielte: unsere talentierten Bühnenbau-, Kostüm- und Technikdepartments und die einzigartige Gemeinschaft im Ensemble, die sich in der spürbaren Spielfreude auf der Bühne widerspiegelt. Andererseits ein Stück, das neue Impulse erlaubte, die das Ensemble und wir als Regie mitbrachten, FloJoelle aus ihrer Arbeit am Theater Duisburg und ich aus meiner Zeit bei der FolkwangMusikschule.
Mit diesem Ziel vor Augen setzten wir uns daran, ein Stück zu schreiben, das während der Probenzeit noch mithilfe vieler Ideen aus dem Ensemble verfeinert wurde. Das Stück, welches Sie nun sehen werden: „Der Dritte Ort.“ Ein Stück und ein Titel, der seinen Fokus insbesondere auf eines legt, was auch uns beim TheaterLaien am wichtigsten ist: Gemeinschaft!
Lassen Sie sich auf eine Reise mitnehmen, die an einigen Stellen einer Achterbahn der Gefühle gleichen wird und Sie dabei vielleicht auch das eine oder andere Mal zum Nachdenken anregt. Kommen Sie in unsere Kneipe.
In diesem Sinne viel Spaß
Flo-Joelle Dersch
und Florian Wittbold
MANN? FRAU? NYX? NIX?
GESCHLECHT JENSEITS DES BINÄREN SYSTEMS
Ich weiß, es ist ein großer Gegensatz zu meiner Rolle in diesem Stück, dass ausgerechnet Alexa etwas zum Thema „Gender“ schreibt. Auf der anderen Seite lebe ich, Kay, seit mittlerweile fünf Jahren offen als nichtbinäre Person, seit fast zwei Jahren auch rechtlich, und kann euch diese Perspektive vielleicht etwas eröffnen. Ich meine – die meisten Menschen kennen uns nur als vages Phänomen aus TV und Internet, und da werden wir meist nicht besonders schmeichelhaft dargestellt. Nichtbinarität spielt aber bei uns nicht nur im Stück eine Rolle, sondern auch im echten Leben: Schließlich sind in dieser Produktion gleich fünf(!) nichtbinäre Menschen maßgeblich involviert.
Aber fangen wir von vorn an. Es gibt das “biologische Geschlecht” und das “soziale Geschlecht”, also Gender.
Das biologische Geschlecht beschreibt, mit welchen Körperteilen, Chromosomen, Hormonen etc. unser Körper von Natur aus ausgestattet ist. Auch hier gibt es nicht nur männlich und weiblich! Zurzeit geht die Wissenschaft davon aus, dass etwa 2% der Bevölkerung intergeschlechtlich ist, d.h. in einem Körper leben, der sich biologisch nicht komplett den Kategorien “männlich” oder “weiblich” zuteilen lässt, z.B. weil der Körper sich zwar äußerlich “weiblich” entwickelt hat, aber XY-Chromosomen hat.
Insgesamt sind aktuell über 70 Varianten der menschlichen Geschlechtsentwicklung bekannt und viele Menschen leben ihr gesamtes Leben, ohne jemals herauszufinden, dass sie intergeschlechtlich (oder inter*) sind. Wer lässt schon seine Chromosomen testen?
(Mehr Informationen zum Thema Intergeschlechtlichkeit findet ihr bei der Landeskommission Inter*NRW unter Lako-inter.nrw)
Das soziale Geschlecht beschreibt, wie wir uns selbst wahrnehmen und wie wir uns, in Bezug auf Geschlechterrollen und Geschlechtsausdruck, in der Gesellschaft bewegen. Geschlecht spielt in unserer westlichen Gesellschaft eine große Rolle. Es bestimmt, welche Kleidung wir tragen, welche Aufgaben uns zufallen, mit welchem Spielzeug wir als Kinder beschenkt werden, welche Privilegien wir strukturell haben oder nicht haben. Wenn ihr mal bewusst drauf achtet, werdet ihr schnell feststellen, wie viele Aspekte des täglichen Lebens von unserem sozialen Geschlecht beeinflusst sind. Und das beginnt bereits bevor wir überhaupt geboren werden.
Die Wissenschaft hat – wie vermutlich auch viele Eltern – herausgefunden, dass Kinder ca. im Alter von 2 Jahren beginnen, ihr soziales Geschlecht zu begreifen und Fragen zum Thema zu stellen, Jungen und Mädchen, Männer und Frauen auf deren Eigenschaften und Verhalten hin zu beobachten und zu kategorisieren. Bei den meisten Kindern läuft das ganz ohne Rückfragen und Zweifel ab: Das Kind, bei dem die Ärztin bei der Geburt festgestellt hat, “Herzlichen Glückwunsch, es ist ein Mädchen”, wächst auf und kann bestätigen – ich bin ein Mädchen!
Nun gibt es aber auch Menschen, bei denen entstehen im Laufe des Lebens durchaus Fragen und Zweifel darüber, ob dieser erste Eindruck der Ärztin denn so überhaupt zur Selbstwahrnehmung passt. Trans*Menschen.
Wie viele Menschen das tatsächlich sind, darüber gibt es sehr unterschiedliche Schätzungen. Manche Erhebungen landen bei gerade einmal 0,33%, andere sogar bei fast 5%. Das hat unterschiedliche Gründe: einerseits hängt es von der Definition und genauen Fragestellung ab, andererseits z.B. davon, ob Nichtbinarität explizit in die Frage eingeschlossen wurde, oder ob sich die Befragten sicher genug fühlten, die Frage ehrlich zu beantworten.
(Mehr Informationen dazu finden sich in der Rubrik “Zahlenspiele” auf dgti.org)
Was ist das eigentlich ‒ „nichtbinär“? Angesichts meiner bisherigen Ausführungen habt ihr bestimmt schon eine Idee.
Nichtbinär sind Personen, die sich in ihrem sozialen Geschlecht nicht oder nicht komplett einem der binären Geschlechter, Mann
oder Frau, zuordnen. Das kann für verschiedene nichtbinäre Personen ganz unterschiedlich sein. Manche finden sich in beiden binären Geschlechtern gleichermaßen wieder, manche erleben eher männliche, eher weibliche und eher geschlechtsneutrale Phasen. Manche haben gar nicht das Gefühl, ein Gender zu haben. Manche können sich zwar so mehr oder weniger mit dem Label “Mann” identifizieren, aber nicht zu 100%.
Es gibt so viele Arten, Nichtbinarität zu empfinden und zu leben, wie es nichtbinäre Menschen gibt. Ich würde sogar
behaupten, dass es so viele Arten, Geschlecht zu empfinden und zu leben, gibt, wie es Menschen gibt. Denkt mal darüber nach, woher ihr wisst, dass ihr ein Mann seid, dass ihr eine Frau seid? Woran macht ihr das fest? Was macht euer Mann-Sein oder euer Frau-Sein aus, wenn es nicht um körperliche Merkmale oder Reproduktion geht? Unterhaltet euch mit anderen und vergleicht – ihr werdet feststellen, dass auch Männer untereinander und Frauen untereinander, ihre Geschlechtsidentität unterschiedlich definieren, wahrnehmen, empfinden und ausdrücken. Und das ist toll! Sich von gesellschaftlichen Rollenbildern zu lösen und die eigene Identität zu erkunden, kann ein sehr stärkendes, befreiendes Erlebnis sein – nur Mut!
Definitionen:
trans* (Adjektiv): trans* ist, wer sich
nicht mit dem bei der Geburt
zugewiesenen Geschlecht identifiziert
cis (Adjektiv): cis ist, wer sich mit dem
bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht
identifiziert
nichtbinär (Adjektiv): nichtbinär ist, wer
sich nicht mit oder nicht komplett mit
einem binären Geschlecht, also Mann
oder Frau, identifiziert
Kay A. Winter
EIN KLEINER KOMMENTAR ZUM THEMA MEDIEN
Wir erzählen in diesem Stück nicht ausschließlich die Geschichte einer Kneipe, sondern beleuchten bewusst die Wechselwirkungen mit der Welt in der sie spielt. Deshalb zeigen wir immer wieder Einblicke in die dortige Medienwelt, welche uns dabei helfen ein größeres Bild zu zeichnen.
An dieser Stelle möchte ich Sie einmal dazu einladen, sich in die Position einer beliebigen Person innerhalb unserer fiktiven Nation zu versetzen. Sie kommen gerade von einem langen, zermürbenden Arbeitstag in der Textilfabrik. Dann setzen Sie sich vor die Glotze, um sich die heißerwartete neue Folge der „Winterresidenz der Promis“ anzuschauen. Nur noch eben schnell die Nachrichten abwarten. In den letzten Wochen wurde vermehrt über einen gewissen „Kippling“ berichtet. Der war Ihnen ja von Anfang an suspekt. Stellt sich hin & behauptet „intensiv den Nahverkehr erschwinglicher zu machen“, auf den Sie dringend angewiesen sind. Nur um dann Millionen in die Automobillobby zu stecken?
Mit der Zeit wurde der auch irgendwie immer radikaler…
Sie haben das alles nur am Rande mitbekommen, versteht sich. Ihr Fokus liegt fernab der Bundespolitik, welche ohnehin nur aus kleineren Übeln zusammengewählt wurde.
Mit diesen Sesselfurzern können Sie wenig anfangen. Und die offensichtlich noch weniger mit Ihnen, einem simplen und ehrlichen Arbeiter.
An jenem Abend, vor jenem lang herbeigesehnten, fulminanten Reality-TV-Finale, platzt die Bombe: Kippling war die ganze Zeit ein extremistischer Terrorist & wurde endlich aus dem Parlament geworfen.
„Gut,“ denken Sie sich, und widmen sich dann wieder wichtigeren Dingen.
Dabei haben Sie, völlig verständlicherweise, gar nicht bemerkt, dass die Berichterstattung Ihnen das Denken & Einschätzen der Situation gänzlichst abgenommen hat. In diesem Moment ist die Falle in unserem extremen, aber nicht zwingend überspitzten Fallbeispiel, zugeschnappt.
Ein wichtiger Teil der Demokratie ist die Gewaltenteilung. Wir teilen die Macht des Staates auf mehrere Instanzen auf. Die Legislative erlässt Gesetze und die Exekutive sorgt für deren Einhaltung. Bei Gesetzesverstößen urteilt die Judikative.
In einer Zeit, die so sehr von technischem Wandel geprägt ist wie die unsere, entwickelt sich im Volksmund jedoch eine vierte Gewalt: Die Medien.
Sie haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die vorherrschenden Standpunkte & Meinungen der Gesellschaft. Wenn alle Macht vom Volke ausgehen soll, geht ein massives Stückchen Macht zwangsläufig von denen aus, die die Menschen über die aktuellen Geschehnisse unterrichtet & deren Blick, auf die Welt um sie herum, mitformt.
Um das tatsächlich zu verinnerlichen, müssen wir uns aber als Erstes ein wenig von dem Bild der „objektiven Berichterstattung“ befreien.
Medien sind in erster Linie als eine Linse zu verstehen, durch welche die breite Öffentlichkeit auf aktuell bewegende Themen & Ereignisse schauen kann. Dabei ist es wichtig zu bedenken, dass jene Linse einem zwangsläufig nie das ganze Bild zeigen kann.
Die Medien können immer nur einen kuratierten Ausschnitt bieten. Was beleuchtet wird und wie viel Raum es bekommt, wird bewusst entschieden. Diese Entscheidungen werden von Menschen getroffen, die trotz journalistischer Standards weiterhin eigene Ansichten haben. Diese fließen, mal mehr und mal weniger, mal bewusst und mal unbewusst, in die Berichterstattung ein.
Was natürlich völlig okay ist, aber beim reflektierten Konsum idealerweiser stets mitgedacht werden sollte.
Darüber hinaus unterliegen insbesondere (aber nicht ausschließlich) privatisierte Medien zwangsläufig materialistischen Sachzwängen. Was berichtet wird muss sich verkaufen können – oder zumindest den Geldgebern nicht auf den Schlips treten. Auch das färbt die Berichterstattung weiter ein.
Über die Dauer des Stücks sind auch deren Medien nicht von gesellschaftlicher Veränderung befreit. Es weht ein neuer Wind, der droht zum Sturm zu werden. Wir erleben eine klare Veränderung, auch in der Form der Berichterstattung.
Am Anfang prasseln nüchterne Beiträge im Tageschau-Stil über Melina, Johann und Konsorten herein. Im weiteren Verlauf sehen wir eine klare Entwicklung hin zu immer reißerischeren, emotionaleren & populistischeren Formaten.
Auch am Anfang sind die Nachrichten nicht völlig neutral. Doch mit fortlaufender politischer Entwicklung verläuft auch der Sachlichkeitsanspruch im Sande. Am Ende erinnert die Medienlandschaft grob an das US-Amerikanische Entertainmentformat Fox News. Selbst auf vermeintliche Fakten ist kein Verlass mehr.
Und genau vor solchen Vorgängen wollen wir in Zeiten wie diesen nach Möglichkeit warnen.
Ich sage nur Heizungsgesetz.
Ich sage nur Donald Trump.
Ich sage nur Remigration.
Ich sage nur Gaza.
Kritische Auseinandersetzung ist wichtig. Kein Medium ist frei von Framing und Beeinflussung. Es gibt keine Objektivität und
wer versucht sie vom Gegenteil zu überzeugen, tut dies aus einem Grund.
Wer profitiert von Angst?
Wer profitiert von Hass?
Wer profitiert von Spaltung?
Flo-Joelle Dersch
THEATERPÄDAGOGIK
Theaterpädagogik spielt schon seit Anbeginn des Theaters eine große Rolle. Besonders bei diesem Stück wurde viel Wert auf die Theaterpädagogik gelegt. Doch was ist das überhaupt und welche Ziele wurden bei uns dabei verfolgt?
Es gibt sehr viele Ziele der Theaterpädagogik, unser Hauptaugenmerk lag auf der Stimmbildung und der Selbstfindung bzw. dem Aufbau von Selbstbewusstsein. Doch auch der Zugang zu den eigenen Ideen und Impulsen wurde durch die Regie-Personen gefördert. Dies geschieht durch die vermehrte Kommunikation und Interaktion mit der Regie, aber auch innerhalb des Ensembles. Durch diese vermehrte Kommunikation konnte Sicherheit innerhalb des Ensembles und mit der Regie aufgebaut werden und der Zusammenhalt wurde gestärkt, was auch auf der Bühne beobachtet werden kann. Freie Szenenarbeit war auch wichtiger Bestandteil des Probenprozesses, d.h. das Ensemble durfte teilweise Entscheidungen über den Aufbau der Szene mit treffen. Die Regie-Personen haben natürlich dennoch ihre Vorgaben und Vorstellungen mit einfließen lassen, sodass eine Vermischung von Regie und Ensemble auf der Bühne entstehen konnte.
Diese Ziele wurden erfolgreich verfolgt und umgesetzt, sodass dieses realitätsnahe Stück überhaupt entstehen konnte.
Mel-Milosz Hilz
DAIKIWI? WAS SPRICHT‘N GEGEN BIER?
Natürlich gibt es alle möglichen Varianten des Daiquiri. Hemingway z.B. bestellte ihn mit doppelt so viel Rum, dafür allerdings (als gesundheitsbewusster Diabetiker) ohne Zucker. Frozen Daiquiris werden mit zerstoßenem Eis im Standmixer zubereitet und gewinnen so eine cremige Konsistenz.
Lucys Lieblingsvariante ist der Strawberry Daiquiri, bei dem Fruchtmark oder Fruchtsirup beigemischt wird.
Tipp:
2 cl Erdbeersirup ersetzen sowohl Erdbeeren als auch Zuckersirup
ZUTATEN
- 5 cl weißer Rum
- 3 cl frisch gepresster Limettensaft
- 1,5 cl Zuckersirup
- 3-4 frische, reife Erdbeeren
- Eiswürfel
ZUBEREITUNG
- Erdbeeren waschen, Grün entfernen, im Shaker kräftig zu einem feinen Püree zerdrücken
- Rum, Limettensaft und Zuckersirup in den Shaker gießen
- Shaker großzügig mit Eiswürfeln füllen, verschließen und 10–15 sec kräftig schütteln
- Cocktail durch Shaker-Sieb und feines Haarsieb in eine vorgekühlte Cocktailschale gießen

